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Geschichtliches
1994 - 1997
Nach dem erfolgreichen Start der
Geschäftstätigkeit des ifw wurde beschlossen, das Forschungs- und
Dienstleistungsprofil um das Gebiet Mikrotechnik zu erweitern. Das Institut
für Fügetechnik und Werkstoffprüfung sollte damit in die Lage versetzt werden,
das komplette Spektrum der Fügetechniken, beginnend bei der klassischen
Schweißtechnik über Sonderfügetechnologien und Laserfügeverfahren, bis hin zu
den Mikrofügetechniken aus einer Hand anzubieten.
Die Abteilung
amt/Mikrotechnik wurde im Jahr 1994 gegründet. Zunächst nahmen 4 Mitarbeiter,
welche bereits umfangreiche Erfahrungen aus Tätigkeiten in renommierten
Industrieunternehmen einbringen konnten, ihre Tätigkeit auf und begannen mit
Forschung, Entwicklung und Dienstleistungen auf den Gebieten der Fertigung
optoelektronischer Bauelemente und der Mikrofügetechniken.
Bereits mit
der Gründung des Arbeitsgebietes war klar, dass im Bereich der Mikrotechnik
die Technologieschritte des Fügens nicht losgelöst von den übrigen
Technologien der Mikrosystemtechnik, wie Dünnschichttechnik, Fotolithografie
usw. gesehen werden können. So erfolgte konsequenterweise der Aufbau einer
kompletten Technologiestrecke, beginnend bei der Fotolithografie übe
nasschemische Prozesse bis hin zu Technologien der Aufbau- und
Verbindungstechnik (AVT).
Der Bereich Mikrotechnik vertrat von
vornherein die Linie einer engen Verzahnung von wirtschaftsnaher
Forschungseinrichtung und Dienstleistungen für die Industrie. Der notwendige
Forschungs- und Entwicklungsvorlauf wurde dabei in hohem Maße durch die
Bearbeitung von Förderprojekten gesichert.
Anfänglich konzentrierten
sich die F&E-Aktivitäten vorrangig auf die Entwicklung von Technologien
zur Herstellung von Mikrostrukturkomponenten und Mikrosystemen.
Ein wichtiger Höhepunkt der
Entwicklung des Bereiches Mikrotechnik war 1998 die Arbeitsaufnahme des
Applikationszentrums Mikrotechnik. Das Applikationszentrum Mikrotechnik – amt
wurde gemeinsam von der Fraunhofer-Einrichtung Jena IOF und dem ifw Jena in
Betrieb genommen. Die Anzahl der in der Mikrotechnik tätigen Mitarbeiter des
ifw war mittlerweile auf 10 angewachsen.
1998 - 2003
Mit zunehmender Technologiekompetenz
wurden auch Projekte zur Entwicklung von Produkten bearbeitet. Begonnen wurde
1998 mit der Produktion von mikromechanischen Beschleunigungssensorchips im
Applikationszentrum Mikrotechnik. Die Fertigungslinie und das Know-how hierfür
wurden eingekauft und bildeten die Keimzelle für eigene Entwicklungen auf dem
Gebiet der Mikrosensorik. So wurde seither eine Reihe von Förderprojekten
bearbeitet, welche die Modifikation, Weiterentwicklung und Applikation
mikromechanischer Beschleunigungssensoren, aber auch völlig neue
Produktentwicklungen, zum Ziel hatten.
Das flussmittelfreie Weichlöten
und das Anodisches Bonden von Glaskeramik mit Silizium werden seit 2001 als
weitere technologische Schwerpunkte bearbeitet und entwickelt.
Das
Verfahren Weichlöten konnte im Rahmen verschiedener Förderprojekte als
geeignetes Verfahren zum Einhausen und zum Fügen von Komponenten der
Mikrooptik und Mikrosensorik, welche höheren Temperaturbeanspruchungen
ausgesetzt sind, qualifiziert werden.
Das Anodische Bondenvon
Glaskeramik mit Silizium eröffnete eine Reihe neuer Anwendungen im Bereich der
Mikrosystemtechnik und Mikrosensorik vor allem dort, wo es um höhere
Temperaturbelastbarkeiten und chemische Beanspruchungen geht und z. B. das
Kleben als Fügeverfahren ungeeignet ist.
Der Einstieg in Themengebiete
mit Bezug zur Medizintechnik erfolgte ebenfalls im Jahr 2001. Im Rahmen einer
Kooperation mit dem Physiologischen Institut der
Friedrich-Schiller-Universität wurden Chips für physiologische
Zelluntersuchungen entwickelt. Die Chips werden in der medizinischen
Grundlagenforschung zur Untersuchung an lebenden Herzzellen eingesetzt. Am ifw
erfolgten die technologische Umsetzung und die Produktion dieser
Chips.
Darüber hinaus
gibt es mittlerweile enge Kooperationsbeziehungen zu Jenaer Unternehmen der
Biotechnologie. Hier agiert die Abteilung Mikrotechnik vorrangig als
Technologiedienstleister für bestimmte Fertigungsschritte der
Dünnschichttechnologie und der Chipvereinzelung.
Das Applikationszentrum Mikrotechnik heute und
künftig
Heute ist das Applikationszentrum Mikrotechnik ein
leistungsfähiges Team mit hoher Innovationskraft, welches über ein weites
Spektrum an Kompetenzen auf dem Gebiet der Mikrotechnik und Mikrosystemtechnik
verfügt. Besonders Augenmerk wurde in jüngster Vergangenheit vor allem auf den
Auf- und Ausbau wirtschaftlich tragfähiger Kooperationsbeziehungen zu Klein-
und mittelständischen Technologieunternehmen in der Region und bundesweit
gelegt.Die Bearbeitung von Förderprojekten orientiert sich in verstärktem Maße
an Kooperationen im Bereich Technologiedienstleistungen und
Produktentwicklungen. Darüber hinaus wird im Rahmen vom Land Thüringen
geförderter Vorhaben der Grundlagenforschung sowie in Zusammenarbeit mit
Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen der notwendige
Entwicklungsvorlauf geschaffen.
Die künftige Ausrichtung des
Applikationszentrums Mikrotechnik wird sich vor allem am Bedarf von Klein- und
Mittelständischen Unternehmen der Sensorikbranche an Primärwandlern in
Chipform für bestimmte Sensoren und an Technologiedienstleistungen
orientieren. Im Bereich der Chipfertigung soll vor allem die Kompetenz als
flexibler Entwickler und Zulieferer kleiner Stückzahlen weiter ausgebaut
werden. Die technologische Basis wird weiterhin durch die Dünnschichttechnik,
die Fotolithografie und die Mikrofügeverfahren bestimmt werden, wobei durch
die ständige Weiterentwicklung von Technologien sowie die Modernisierung von
Anlagen und Ausrüstungen stets ein hoher technisch-technologischer Stand
gewährleistet wird.
Eine große Bedeutung erlangt in zunehmendem Maße
die Beherrschung und Anwendung von Nanotechnologien. Durch die ständige
Weiterbildung der Mitarbeiter des Applikationszentrum Mikrotechnik auf diesem und auf
anderen Gebieten wird der notwendige Vorlauf gesichert. Das Applikationszentrum
Mikrotechnik des ifw wird in den nächsten Jahren vor allem mit
Hochschuleinrichtungen und anderen Instituten auf dem Gebiet der
Nanotechnologien kooperieren und die Erweiterung ihrer technologischen
Kompetenzen im Bereich der Nanotechnologie dort vornehmen, wo dies aus
Kundennutzen und Marktbedürfnissen heraus erforderlich und wirtschaftlich
vertretbar ist.